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Was den Chinesen ihr Porzellan, das war viele Jahrhunderte lang den Spaniern und später den Mexikanern ihr Talavera. Talavera wird zwar auch nur aus "Ton" gemacht aber die Verarbeitung und die künstlerische Bearbeitung setzt es über die üblichen Tonwaren.
Die ersten spanischen Tonwaren die von Franziskanermönchen nach Mexiko gebracht wurden stammten überwiegend aus der spanischen Stadt Talavera, bei Toledo und wurden zur Ausschmückung von Kirchen und Altären verwandt, später auch verstärkt im privaten Bereich benutzt.
Mit der Zeit konnte der steigende Bedarf nach hochwertigen Keramikwaren nicht mehr durch Exportrationen gedeckt werden; zumal dies auch sehr kostspielig wurde. So entstanden die ersten mexikanischen Produktionsstätten, jeweils an den Orten, wo man den Ton fand, der für die Herstellung von Talavera benötigt wurde.
Einer dieser Orte ist Puebla, wo man mit der aufwendigen Herstellung im 17. Jahrhundert began. Aufwendig ist die Herstellung dieser ganz besonderen Art von Keramik, weil man verschieden Tonsorten mischt, so wird brauner, weißer und gelber Ton verknetet und so lange der Sonne ausgesetzt, daß ein Teil des Wassers aus ihm verdunstet. Dann wird er in einen dunklen feuchten Raum circa 30 Tage zwischengelagert, bevor er endgültig verarbeitet wird.
Die Keramikware wird an der Sonne getrocknet und anschließend in einen Ofen bei 600 bis 800°C gebrandt. Anschließend werden sie kunstvoll bemalt, getrocknet und nochmals, diesmal aber bei über 1000°C gebrandt.
Ursprünglich wurden die Keramikgegenstände nur mit den Farben Blau und Weiß bemalt, später kammen noch orange, gelb, braun und grün hinzu. Dabei hilt man sich an die spanischen Muster, die ihrerseits auf arabische Vorbilder zurück gingen. Heute hat sich aber eine ganz eigene mexikanische Form der Bemalung entwickelt, die wiederum von Ort zu Ort variert.
Die beliebtesten Produkte aus Talavera sind: Boden- und Wandfließen, Pflanzenkübel, Töpfe, Terrinen, Urnen, Teller und Tassen und seit einigen Jahren auch verstärkt Kerzenständer, Vasen, kleine Truhen und sogar Bilderrahmen.
Die Boden- und Wandfliesen, Azulejos genannt, vom Wort azul=blau findet man in alten Kirchen, Haciendas und auch noch heute in vielen Hotels und privaten Häuser. Sie sind ein schönes Mitbringsel, da sie sich harmonisch als Schmuckstücke mit braunen Bodenfliesen verarbeiten lassen.
Heute findet man zahlreiche Talavera-Betriebe in Puebla, in Dolores Hidalgo, in Tlaquepaque und Tonala in der Nähe von Guadalajara.
Meist sieht man die Waren nur in Souvenirshops, wer aber Zeit hat sollte besser mal einen Blick beim Hersteller reinwerfen. Die meisten Produktionsbetriebe haben auch Ausstellungs- und Verkaufsräume. Hier sind die Keramikwaren zwar nicht so schön dekorativ aufgestellt, wie ind den Souvenirläden und es ist meist auch ziemlich staubig und etwas ungeordnet aber die Preise sind wesentlich niedriger. Auch kann man sich hier, ein Namensschild für das Haus auf Bestellung anfertigen lassen - was aber ein paar Wochen dauern kann.
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